Review: Kinky Boots London

Everybody say YEAH! Kinky Boots ist der neue Hit im Londoner West End. Adaptiert vom gleichnamigen Film aus dem Jahre 2005, der auf einer wahren Geschichte basiert, erzählt Kinky Boots die Geschichte von Charlie Price, der die Schuhfabrik seines Vaters im englischen Northampton erbt. Um das Geschäft vor der Pleite zu retten, versucht Charlie mit Hilfe von Dragqueen Lola einen neuen Markt zu erschließen: die Kinky Boots sind geboren.

Photo by Matt Crockett
Photo by Matt Crockett

Nach großartigem Erfolg am Broadway – inklusive sechs Tony Awards – ist das Musical nun Ende August endlich ins Adelphi Theatre am West End gezogen. Da ich während der Previews in London war, musste ein Besuch her. Also wurde der Wecker etwas früher gestellt und ab ging es in die day seat queue. Day seats während der Previews kosteten 15 Pfund – mittlerweile sind es 25 Pfund, was in London ein normaler Preis ist. Für 15 Pfund durfte ich also am gleichen Abend in der dritten Reihe sitzen und ich war einfach vollends begeistert.

Photo by Matt Crockett
Photo by Matt Crockett

Musik und Lyrics wurden von niemand anderem geschrieben als Cindy Lauper. Sie gab damit ihr Debüt im Musicalbereich und hat mit ihren Songs genau ins Schwarze getroffen. Ich bin selten aus einer Show gekommen und hatte so viele Ohrwürmer gleichzeitig, wie nach dieser. Harvey Fierstein’s Buch ist nah am Film und ich habe Zeilen aus dem Film sowohl in Lauper’s Songs als auch in den Dialogen wieder gefunden. Komplettiert wird das Creative Team von Jerry Mitchell, der mir vor allem durch seine choreografische Arbeit bei der Musicalversion von Legally Blonde bekannt war.

Photo by Matt Crockett
Photo by Matt Crockett

Das gesamte Ensemble ist fantastisch. Star der Show ist ganz klar Matt Henry als Dragqueen Lola, der es nicht nur schafft, das Tanzen in 6-Inch-Heels wie das normalste der Welt aussehen zu lassen, sondern dabei auch noch stimmlich auf ganzer Linie überzeugen kann – ebenso wie Killian Donnelly als Charlie, vor allem wenn er im zweiten Akt Soul of a Man schmettert. Amy Lennox als Fabrikarbeiterin Lauren ist unfassbar komisch und hat eines der witzigsten Lieder der gesamten Show, wenn sie merkt, dass sie sich in ihren neuen Boss verknallt. Das gesamte Ensemble ist, wie gesagt, großartig. Lola’s Angels – wow. Wirklich.

Photo by Johan Persson
Photo by Johan Persson

Kinky Boots ist eine bunte, laute, witzige feel-good Show über Liebe, Akzeptanz und… the most beautiful thing in the world: Schuhe. Ich fand die Show unfassbar großartig und werde sie nicht das letzte Mal gesehen haben. Wer Legally Blonde mochte, wird auch Kinky Boots mögen. Wer auf moderne, poppige Songs steht, wird auch Kinky Boots mögen. Und wer sich nicht sicher ist, sollte es trotzdem schauen. Zum Schluss verlinken ich auch noch den offiziellen Trailer der Londoner Show, die aktuell bis zum 06. Februar 2016 laufen wird im Adelphi Theatre.

 

Ich hoffe, euch hat der etwas andere Beitrag gefallen. Ich würde mich freuen, wenn ihr Feedback hinterlassen würdet.

Ganz liebe Grüße,
Liz

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The Spa Experience

Heute geht es mal um ein etwas anderes Thema 🙂

Letzten Monat habe ich mir einen lang ersehnten Traum erfüllt und war bei meinem ersten Formel 1 Rennen live und in Farbe vor Ort! Als jemand, der von Klein auf Sonntags zu jeder Tages- und Nachtzeit so viele Rennen wie möglich verfolgt hat, war das ein wirklich großer Traum und umso unwirklicher ist das Ganze auch rückblickend für mich nach wie vor. Es war auf jeden Fall ein einmaliges Erlebnis!

Ich dachte mir, dass es den ein oder anderen interessieren könnte, also habe ich einen kleinen „Guide“ zusammen gestellt mit den wichtigsten Punkten. Alles natürlich nur speziell für den Belgien Grand Prix in Spa – ob alles so für andere Strecken auch zutrifft kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen.

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Die Tickets
Es gibt einige Anbieter und Seiten, auf denen man Karten kaufen kann – teilweise natürlich auch zu reduzierten Preisen. Wie vertrauenswürdig die einzelnen Seiten sind, kann ich nicht beurteilen. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, die Tickets auf der offiziellen Seite zu kaufen. Es gibt verschiedene Buchungszeiträume, in denen unterschiedliche Rabatte angeboten werden – je früher ihr also bucht, desto günstiger die Tickets. Für Spa gelten in der Regel folgende Angebote:
20% Rabatt bis 31.10. des Vorjahres, 10% Rabatt bis 31.01. des selben Jahres und bis zum Rennen zahlt man dann den vollen Preis. Die Rabatte gelten allerdings immer nur für die Wochenendkarten soweit ich weiß.

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Sicht von unseren Plätzen

Auf der Homepage kann man sich für die verschiedenen Grandstands und Kategorien ansehen, wie die Sicht ist, was meiner Meinung nach auch recht zutreffend dargestellt ist. Wir haben uns für Gold 9 entschieden und eine Wochenendkarte gekauft. Es wird nur unterschieden zwischen Wochenende oder Sonntag – also wenn ihr zum Qualifying und zum Rennen gehen möchtest, müsst ihr die Wochenendkarte kaufen. Der Preisunterschied ist aber marginal, weshalb sich der Kauf der Wochenendkarte auf jeden Fall lohnt.
Was ich insgesamt etwas ungünstig geregelt finde ist, dass man beim Kauf der Karte seine Plätze nicht selbst auswählen kann. Man bucht nur die Tribüne, auf der man sitzen möchte, und bekommt die Plätze zugewiesen. Das hat in unserem Falle jetzt ganz gut geklappt, da wir direkt aussen saßen, aber leider konnte ich nicht herausfinden, nach welchen Kriterien die Plätze zugewiesen werden.
Anders ist das natürlich bei den Bronze Tickets, da man sich dabei zwischen den einzelnen Bronze-Bereichen an der Strecke frei bewegen und daher jeden Tag woanders sitzen kann – wenn man möchte.

Unterkunft
Wir sind mit dem Auto nach Belgien gefahren, weshalb es für uns auch kein Problem war, ein Hotel etwas weiter von der Strecke entfernt zu nehmen, um dadurch etwas Geld zu sparen. Direkt an der Strecke sind unzählige Campingplätze, von wo aus wohl auch Shuttlebusse zur Strecke und wieder zurück fahren. Das ist auf jeden Fall eine günstigere Alternative zum Hotel, wenn es in Frage kommt.

Jenson Button während des 2. freien Training
Jenson Button während des 2. freien Training

Verpflegung
Wie zu erwarten sind die Preise an der Strecke selbst entsprechend hoch. 5€ für eine Portion Pommes Frittes habe ich gesehen. Getränke lagen preislich ähnlich. Allerdings werden die Taschen nicht kontrolliert am Einlass – es kann also jeder seine eigene Verpflegung mitbringen. Wir haben uns vorher aus Deutschland Getränke und Kleinigkeiten zu Essen mitgenommen und im Rucksack mitgenommen zur Strecke, um vor Ort nichts kaufen zu müssen, und sind dann Abends Essen gegangen. Das war für uns die angenehmste und günstigste Variante.

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Box von Romain Grosjean (Lotus)

Programm
Während eines Rennwochenendes ist immer etwas los an der Strecke, da es nicht nur die Trainings und das Qualifying und das Rennen der Formel 1 zu sehen gibt, sondern auch jeweils der GP2, GP3 und des Porsche Cups. Es ist immer etwas los, es gibt immer etwas zu gucken und uns ist nie langweilig geworden!
Ein besonderes Bonbon für alle Inhaber einer Wochenendkarte ist der Pit Lane Walk am Donnerstag. Das ist die einzige Möglichkeit für den normalen Formel 1 Fan, durch die Boxengasse zu laufen. Am restlichen Wochenende ist das nur noch für den Paddock Club möglich. Des Weiteren ist es auch die einzige Chance, die Fahrer zu „treffen“ und ein Autogramm zu erhaschen, da es in Spa keine gesonderte Autogrammstunde gibt. Dementsprechend voll ist es natürlich auch an diesem Donnerstag. Aber es ist super interessant ein wenig hinter die Kulissen schauen zu können. Außerdem hat man schon mal die Möglichkeit, über die Start/Ziel-Geraden zu laufen und die erste Streckenluft zu schnuppern.
Besonders viel los auf der Strecke ist natürlich am Sonntag selbst. Alle Serien fahren ein Rennen, bevor es mit dem Vorprogramm der Formel 1 losgeht inklusive Fahrerparade. Es war spannend zu sehen, wie viele Leute sich an diesem Tag auf der Strecke und in der Boxengasse tummeln. Das Rennen selbst war für mich unbeschreiblich. Auch wenn wir natürlich das meiste über die Bildschirme verfolgten, die überall an der Strecke aufgebaut sind, so war es unglaublich schnell vorbei. (auf den Bildschirmen wird übrigens das gleiche Bild gezeigt wie das, was im Fernsehen zu sehen ist).

Romain Grosjean nach der Zieldurchfahrt als Dritter.
Romain Grosjean nach der Zieldurchfahrt als Dritter.

Nach dem Rennen am Sonntag hat man dann auch die Möglichkeit, komplett über die Strecke zu gehen. Der Circuit ist nach dem Rennen glaube ich noch 3 Stunden geöffnet – so lange kann man sich auf der Strecke quasi frei bewegen. Wenn ihr mögt, könnt ihr also die gesamten 7 Kilometer entlang laufen 🙂

Kimi Raikkonen im Ferrari
Kimi Raikkonen im Ferrari

Ich hoffe, der Beitrag war für den ein oder anderen von euch ganz interessant oder vielleicht sogar hilfreich. Wir planen schon unseren nächsten Rennbesuch – diesmal dann auf deutschem Boden am Hockenheimring.
Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende und entlasse euch mit ein paar finalen Impressionen 🙂

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